Mineralstoffe im Frühjahr – worauf ist zu achten?

 

Die Winterration enthält standardmässig Viehsalz und Mineralstoff, abgestimmt auf das vorgelegte Futter. Beginnt im Frühjahr die Weidesaison, verändert sich die Futterration und somit auch der passende Mineralstoff. Doch welches ist nun der richtige Mineralstoff und in welcher Form soll er verabreicht werden?


Während dem Winter stehen die Kühe hauptsächlich im Stall und erhalten ihr Futter vorgelegt. Mit einem Mischwagen oder von Hand werden Heu, Silage, Mais, Kartoffeln oder anderes verfüttert. Auch Viehsalz und zum Futter passender Mineralstoff gehört ganz selbstverständlich zur Winterration dazu.

Im Frühjahr werden die Tiere wieder vermehrt auf die Weide gelassen, die Futterration wird verändert und auch die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten kann ändern. Mit dem Weiden sinkt die Struktur und steigt der Gehalt an leichtlöslichen Kohlenhydraten in der Gesamtration. Häufig werden die Tiere bei schönem Wetter stunden- oder tageweise auf die Weide gelassen. Kommt aber eine Schlechtwetterperiode, verbleiben die Tiere im Stall und es wird wieder auf die Winterfütterung umgestellt. Für das Tier und vor allem für die Mikroorganismen im Pansen bedeuten diese ständigen Wechsel ein grosses Problem. Die Mikroorganismen brauchen drei bis vier Wochen Zeit, um sich komplett an eine neue Futterration zu gewöhnen. Das bedeutet, dass eine hohe Futterverwertung nur bei konstanter Fütterung erreicht werden kann. Im Frühjahr mit den häufigen Futterumstellungen ist die Futterverwertung vergleichsweise tief und viele aufgenommene Nährstoffe werden unverwertet wieder ausgeschieden. Dies betrifft Protein, Energie, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente gleichermassen.

Beim frischem, jungen Gras ist der tiefe Magnesiumgehalt das grösste Problem. Wird dieser Mangel im Futter nicht durch einen passenden Mineralstoff kompensiert, so erkrankt die Kuh an der sogenannten Weidetetanie. Dabei liegt die Kuh mit Krämpfen fest und frisst entsprechend schlecht. Um diesen Mangel an Magnesium zu kompensieren gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird ein separater Mineralstoff eingesetzt, welcher einen speziell hohen Gehalt an Magnesium hat. Das Problem hierbei ist aber, dass dies ein Futterwechsel für das Tier darstellt und, dass Mineralstoff mit viel Magnesium eher ungern gefressen wird. Alternativ dazu kann der bereits vorhandene Mineralstoff in einer höheren Dosierung eingesetzt werden. Dieser steht schon auf dem Hof bereit und das Tier und die Mikroorganismen sind bereits daran gewöhnt.

Weiter ist zu beachten, dass die Tiere nicht zu viel Kalium aufnehmen. Kalium hat die gleiche molekulare Form wie Magnesium und wird deshalb im Körper über dieselben Wege transportiert. Wenn also viel Kalium vorhanden ist und damit die Transportwege ausgelastet sind, kann weniger Magnesium aufgenommen werden. Da Kalium im Boden sehr häufig vorkommt, hat auch frisches Gras einen hohen Kalium-Gehalt. Die Kühe auf der Weide können demnach nicht davon abgehalten werden, viel

Kalium aufzunehmen. Es kann aber dafür gesorgt werden, dass Kalium vermehrt ausgeschieden wird. Dies geschieht, wenn viel Natrium mit dem Futter aufgenommen wird, beziehungsweise, wenn vermehrt Viehsalz angeboten wird.

Wann immer möglich, sollte der Mineralstoff in Form von Pellets oder Mehl am Fressplatz verfüttert werden. Dadurch ist immer klar, welche Kuh ihre Ration erhalten und gefressen hat. Leckschalen bieten dazu eine gute Ergänzung. Als alleinige Mineralstoffquelle sind diese aber nicht ideal, da mit der Sonneneinstrahlung und dem Regen Vitamine aus der Masse gelöst werden. Ausserdem können dominante Kühe den anderen Kühen den Zugang zur Leckschale verwehren. Auch beim Viehsalz ist es sinnvoll, einen Teil in die Ration einzumischen und zusätzlich einen Salzleckstein zur freien Verfügung anzubieten. Dadurch haben alle Kühe einen Anteil erhalten und können einen möglichen Mehrbedarf am Leckstein selbstständig decken.


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