Schweizer Bauer, 11. November 2017

 

Antibiotika nur wenn nötig

Immunglobuline aus dem Kolostrum wirken lange

 

Der weltweite Antibiotikaverbrauch muss reduziert werden. Grund dafür sind Resistenzen bei Bakterien, welche für Mensch und Tier lebensbedrohlich werden. Bestehende Antibiotika sind so gegen krankmachende, resistente Keime nicht mehr wirksam.


In den letzten Jahren wurde z.B. in der Kälberhaltung sehr viel Wissen generiert, welches darauf abzielt die Kälber gesund zu erhalten und den Verbrauch von Medikamenten dank prophylaktischen Massnahmen zu reduzieren. Wirkstoffe aus Heilpflanzen können mit heutigen Extraktions- und Konzentrationsmethoden so stark dosiert werden, dass diese in den Bereich der Medikamente vorstossen. So werden aus Eukalyptuspflanzen hochwirksame Stoffe herausgelöst, welche bei Kälberhusten eingesetzt werden können. Sie öffnen die Atemwege und wirken schleimlösend. Der Einsatz solcher Stoffe bei kritischen Wettersituationen oder hohem Krankheitsdruck reduziert schwerwiegende Infektionen oder verhindert diese komplett. Neue Produktionstechnologien ermöglichen eine entsprechend einfache Anwendung solcher Substanzen für den Landwirt. Sie können beispielsweise problemlos in der Milchtränke aufgelöst werden.

Ein weiterer Schritt ist die Extraktion von Immunglobulinen aus der Kolostralmilch. Immunglobuline sind die natürlichen Abwehrkörper des Immunsystems und nehmen direkten Einfluss auf die Krankheitsabwehr. Sie werden in den ersten Lebensstunden eines Kalbes ins Blut aufgenommen, stärken aktiv das Immunsystem und wirken so gegen jegliche Krankheiten. Später können die Immunglobuline zwar nicht mehr ins Blut aufgenommen werden, wirken aber trotzdem lokal im Darm gegen diverse Durchfallerreger. Extrahierte Immunglobuline aus der Kolostralmilch werden z.B. hoch konzentriert in Flüssigprodukte gebracht, sodass selbst kleinsten Kälbern hohe Dosen Abwehrstoffe zugeführt werden können. Auch hierbei steht eine einfache Anwendung im Vordergrund und man kann diese ganz einfach der Tränke zugeben oder dem Tier ins Maul schütten.

Das sind lediglich zwei von vielen Beispielen in der Tiergesundheit. Greifen wir doch besser zur «Drogerie» als zur «Apotheke» und lösen das Antibiotikaproblem bevor der Gesetzgeber uns unter Zwang setzt.

Markus Burkard, Leiter Verkauf, Multiforsa AG


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