mutterkuhhaltung: KäLBER GUT VERSORGEN ZAHLT SICH AUS 

Die Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung wird entscheiden durch den Erfolg in der Kälberaufzucht beeinflusst. Die Basis hierzu kann bereits in der Trächtigkeit des Muttertieres gelegt werden. Ausschlaggebend für den Erfolg sind die optimale Versorgung sowohl des Muttertieres wie auch des Kalbes.

 

Kälber in der Mutterkuhhaltung bilden – im Gegensatz zur Milchviehhaltung – den Hauptertrag. Aus diesem Grund ist es äussert wichtig, ihnen einen guten Lebensstart zu ermöglichen und die Kälberverluste möglichst gering zu halten. 


Kälber bei Geburt ohne Immunabwehr

Kälber werden im Gegensatz zu menschlichen Babies ohne funktionierendes Immunsystem geboren. Sie erhalten die lebensnotwendigen Antikörper erst über die Biestmilch der Mutter. Aus diesem Grund ist es äusserst wichtig, dass das Kalb möglichst schnell zu trinken beginnt. Die Sauflust hängt sehr stark von der Versorgung des Muttertiers während der Trächtigkeit ab. Selenmangel kann dazu führen, dass das Kalb bereits bei der Geburt einen schlechten Saugreflex aufweist. Andere Mängel können sich beispielsweise auf das Geburtsgewicht des Kalbs und auf seinen späteren Tageszuwachs auswirken.

Absolut entscheidend ist auch die Kolostrum-Qualität des Muttertiers. Eine Unterversorgung mit Vitaminen, Mengen- und Spurenelementen zum Ende der Trächtigkeit hat massive Auswirkungen auf die Kälbergesundheit, vor allem im ersten Lebensmonat. Hier ist es angezeigt, nebst einem geeigneten Mineralstoff auch noch ein Vitamin-Spurenelement-Konzentrat mit B-Carotin einzusetzen. Es ist heute allgemein bekannt, dass sich B-Carotin sowohl auf die Fruchtbarkeit des Muttertiers wie auch auf die Verdauung des jungen Kalbs positiv auswirkt und hilft, Durchfallerkrankungen zu reduzieren. Gerade in den Wintermonaten, wenn kein Frischfutter vorliegt, führt die Zusatzversorgung mit B-Carotin zu einem Mehrnutzen.

Werden trächtige Rinder zugekauft, so sollte das möglichst früh vor dem Kalben sein. Die Muttertiere bilden ihr Immunsystem aufgrund der Keimbelastung ihrer Umwelt und diese ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Je früher ein Rind in die Herde integriert wird, umso besser sind auch die Antikörper im Kolostrum auf den Betrieb angepasst und umso weniger Probleme mit Krankheiten wird das Kalb haben.

Ebenfalls sehr wichtig ist die Hygiene im Abkalbebereich. Optimal ist, wenn dieser sauber ist und nach jedem Gebrauch desinfiziert wird. Vor allem wenn vermehrt Durchfall im Betrieb auftritt, kann durch geeignete Hygienemassnahmen eine wesentliche Verbesserung erzielt werden. Leiden mehrere Kälber unter Durchfall, so soll unbedingt eine Kotprobe genommen werden. Gegen gewisse Erreger (z.B. Rota- und Coronaviren) kann das Muttertier ein paar Wochen vor der Geburt geimpft werden und so werden über das Kolostrum die Antikörper an das Kalb weitergegeben. Sind Kryptosporidien ein grösseres Problem, so kann kurzfristig das vom Tierarzt verschriebene Halocur eingesetzt und langfristig über eine Verbesserung der Hygiene das Problem gelöst werden.

Alternativen zu Leckmassen sind für Kälber besser geeignet

Die heikle Phase nach der Geburt kann der Landwirt unterstützen, indem er dem Kalb, sobald es auf der Welt ist, Immunglobuline, Spurenelemente, Vitamine und Milchsäurebakterien verabreicht. Dies erfolgt meist mit einer Paste direkt ins Maul des Kalbs. Die Immunglobuline unterstützen die Abwehr in der Dünndarmschleimhaut und die Milchsäurebakterien fördern eine schnelle Besiedelung der Darmzotten und eine gute Verdauung. Ist die Sauflust und/oder Vitalität des Kalbs nach ein paar Tagen eher ungenügend, wird empfohlen, zusätzlich Eisen und Selen über eine Paste zu verabreichen.

Bereits nach ein paar Wochen wird das Kalb anfangen zu fressen. Je schneller und je mehr es frisst, umso besser werden auch seine späteren Tageszunahmen sein. Krankheiten werfen das Kalb in seiner Entwicklung zurück. Da die Milch den Spurenelement- und Vitaminbedarf des Kalbs nicht deckt, soll den Kälbern im Kälberschlupf ein eigens auf ihre Bedürfnisse abgestimmter Mineralstoff angeboten werden. Wichtig ist, dass dieser neben den üblichen Mengen- und Spurenelementen auch noch die verdauungsunterstützenden Milchsäurebakterien sowie B-Vitamine enthält. Zudem muss die Fressbarkeit sehr gut sein. Leckmassen reichen für die Deckung der Bedürfnisse des Kalbs selten aus, da meist nicht gleich viel gefressen wird – im Vergleich mit einem mehl- oder pelettförmigen Mineralstoff und die Gehalte der Leckmassen tiefer sind. Durch Wind und Wetter gehen wichtige Inhaltsstoffe der Leckmassen verloren, vor allem Vitamine sind hier sehr empfindlich.

Verabreichung der Mineralstoffe auf der Weide

Für die schwierige Verabreichung «guter» Mineralstoffe auf der Weide gibt es inzwischen sehr funktionelle Mineralstoff-Behälter. In der MULTI-BAR beispielsweise kann ein All-in-one Mineralstoff (enthält zusätzlich zum Mineralstoff auch Viehsalz) verabreicht werden, der vom Wetter geschützt ist. Die Jungtiere schauen den älteren sehr schnell ab, wie das Heben des Deckels funktioniert. Der Behälter ist sehr stabil und kann einfach am Boden befestigt werden. Der Transport mit dem Frontlader oder von Hand (der leere Behälter wiegt knapp 25 kg) ist problemlos möglich.


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